Adresse löschen?

Diese Adresse und ihr Posteingang werden freigegeben und Sie erhalten eine neue Adresse. Zur alten gelangen Sie nur mit dem Wiederherstellungsschlüssel zurück.

Was tun, wenn das WLAN in Café, Einkaufszentrum oder Flughafen Ihre E-Mail-Adresse verlangt?

Sie sitzen am Flughafen. Der Flug hat eine Stunde Verspätung, das mobile Datenvolumen ist fast aufgebraucht. Sie finden das kostenlose WLAN, verbinden sich, und eine Seite erscheint. „Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein, um online zu gehen. Ich möchte über Angebote und Aktionen informiert werden.“ Das Häkchen ist schon gesetzt. Die Zeit drängt, Sie brauchen das Internet. Also tippen Sie Ihre Hauptadresse ein und klicken weiter.

Ein paar Wochen später kommen Mails von Marken, die Sie nicht kennen, und Sie können nicht nachvollziehen, woher. In diesem Artikel geht es darum, was Sie in diesem Moment anders machen können.

Warum fragt die WLAN-Anmeldeseite nach Ihrer E-Mail?

Die Seite, die sich in öffentlichen Netzen nach dem Verbinden öffnet, heißt technisch „Captive Portal“. Sie sind zwar mit dem Netz verbunden, kommen aber erst ins Internet, wenn Sie das Formular ausgefüllt oder die Bedingungen akzeptiert haben. Cafés, Einkaufszentren, Hotels, Flughäfen und manche städtischen Hotspots arbeiten so.

Für die Frage nach der E-Mail gibt es mehrere Gründe:

  • Marketingliste. Der häufigste Grund. Das „kostenlose“ Internet bezahlen Sie damit, dass Ihre Adresse in einem Newsletter-Verteiler landet. Vorausgefüllte Häkchen sind ein deutliches Zeichen dafür.
  • Besucheranalyse. Der Betreiber möchte wissen, wie viele Leute kommen und wie oft sie wiederkommen.
  • Identifizierung. In manchen Ländern müssen Betreiber öffentlicher Hotspots ihre Nutzer identifizieren oder Verbindungsdaten speichern. Wo das gilt, setzen viele Anbieter auf eine Bestätigung per SMS.

Die Anmeldeseite verlangt also mal nur eine E-Mail, mal eine Telefonnummer mit SMS-Code, mal die Anmeldung über ein Social-Media-Konto. Jede Variante sollten Sie anders behandeln.

Welche Anmeldeart, welche Reaktion?

Was verlangt die Anmeldeseite?Was geben Sie preis?Hilft eine temporäre Adresse?
Nur eine E-Mail-AdresseIhre Adresse kann in einer Marketingliste landenJa, einer der besten Einsatzzwecke
E-Mail plus BestätigungslinkSie belegen, dass die Adresse echt und erreichbar istJa, aber für die Bestätigungsmail brauchen Sie Internet (siehe unten)
Telefonnummer plus SMS-CodeIhre Nummer wird gespeichert, manchmal auch für SMS-Werbung genutztNein, eine temporäre Mailadresse empfängt keine SMS
Anmeldung über Social MediaSie geben womöglich Zugriff auf Ihre Profildaten freiNein; meiden Sie diese Variante, wenn es geht
Nur ein „Akzeptieren“-ButtonNichtsNicht nötig

So tragen Sie eine temporäre Adresse ins WLAN-Formular ein

Hier gibt es einen Haken, an den kaum jemand denkt. Solange Sie die Anmeldeseite nicht hinter sich haben, haben Sie kein Internet. Die Seite für die temporäre Adresse lässt sich in diesem Moment also womöglich gar nicht öffnen. Es gibt aber Wege:

  1. Holen Sie sich die Adresse vorher über mobile Daten. Bevor Sie sich mit dem WLAN verbinden, öffnen Sie Geçici Mail, solange noch etwas Datenvolumen da ist. Die Adresse wird automatisch erstellt; mit dem Button KOPIEREN übernehmen Sie sie.
  2. Verbinden Sie sich dann mit dem WLAN und fügen Sie die Adresse in das E-Mail-Feld der Anmeldeseite ein.
  3. Prüfen Sie die Häkchen. Entfernen Sie alle Marketing-Häkchen, die nicht Pflicht sind. Auch bei einer temporären Adresse lohnt sich diese Gewohnheit.
  4. Wird eine Bestätigungsmail verlangt, geben manche Anmeldeseiten Ihnen ein paar Minuten Zugang, damit Sie die Mail öffnen können. Wechseln Sie in dieser Zeit zum Tab mit der temporären Adresse. Der Posteingang aktualisiert sich alle 5 Sekunden von selbst; bei einer neuen Mail ertönt ein Signalton und im Tab-Titel erscheint ein Hinweis.
  5. Klicken Sie auf den Bestätigungslink und schließen Sie die Anmeldung ab.
Tipp: Wenn Sie gar kein Datenvolumen mehr haben und die Seite keine Bestätigung anbietet, kommen Sie vorab womöglich nicht an eine temporäre Adresse. Für solche Fälle hilft es, schon vor der Reise eine Adresse zu öffnen und den Wiederherstellungsschlüssel zu notieren. Mit dem Schlüssel kommen Sie später zur selben Adresse zurück, auch wenn sie eine Weile unbenutzt war. Wie das geht, steht in unserem Artikel zum Wiederherstellungsschlüssel.

Kommt die Bestätigungsmail nicht an, erkennt das Netz temporäre Adressen vielleicht und lehnt sie ab, oder der Versand verzögert sich. Was Sie prüfen können, haben wir im Artikel Mail kommt bei der temporären Adresse nicht an gesammelt.

Und bei Netzen, die eine SMS verlangen?

Da hilft eine temporäre Mailadresse nicht, denn unser Dienst empfängt nur E-Mails. Die Auswahl ist klein: Entweder Sie geben Ihre Nummer an oder Sie verzichten auf dieses Netz. Lesen Sie vorher die Einwilligungstexte und setzen Sie kein Häkchen bei der Werbeerlaubnis. Wenn Ihr Datenvolumen reicht, ist ein Hotspot vom eigenen Handy oft die sicherere Wahl.

Sicher bleiben im öffentlichen WLAN

Die E-Mail-Frage ist nur eine Seite. Die andere ist, dass Sie das Netz mit Dutzenden Fremden teilen. In offenen Netzen kann jemand im selben Netz einen Teil Ihres Datenverkehrs beobachten, oder Sie hängen an einem gefälschten Zugangspunkt. Diese Regeln halten wir in solchen Netzen ein:

  • Prüfen Sie den Netzwerknamen. „Airport_Free_WiFi“ und „Airport Free WiFi“ können zwei verschiedene Netze sein. Im Zweifel fragen Sie das Personal.
  • Geben Sie nichts auf Seiten ohne https und Schloss-Symbol ein. https verschlüsselt den Inhalt der Verbindung. Die meisten Seiten nutzen das heute ohnehin, aber ein kurzer Blick kostet nur eine Sekunde.
  • Verschieben Sie heikle Dinge. Onlinebanking, größere Einkäufe und Passwortänderungen erledigen Sie besser über mobile Daten oder Ihr Heimnetz.
  • Ignorieren Sie keine Browserwarnungen. Sehen Sie eine Zertifikatswarnung wie „Diese Verbindung ist nicht privat“, rufen Sie die Seite nicht weiter auf.
  • Schalten Sie Dateifreigabe und automatisches Verbinden aus. Wenn Sie fertig sind, lassen Sie das Gerät das Netz „vergessen“, damit es sich beim nächsten Mal nicht von selbst mit einem gleichnamigen Netz verbindet.
  • Nutzen Sie ein VPN, dem Sie vertrauen. Es schützt Ihren Datenverkehr vor Neugierigen im lokalen Netz. Bei kostenlosen und unbekannten VPN-Apps sollten Sie allerdings vorsichtig sein.

Wo dieser Ansatz an seine Grenzen kommt

Eine temporäre Adresse verhindert, dass die im WLAN-Formular angegebene Adresse Sie verfolgt. Das Netz selbst macht sie nicht sicherer. Der Betreiber sieht weiterhin technische Daten Ihres Geräts und die Verbindungsprotokolle. Die temporäre Adresse löst also das Problem „nicht in der Werbeliste landen“. Für „sicher im offenen Netz“ brauchen Sie die Maßnahmen von oben.

Denken Sie auch daran, dass die Adresse nach ein paar Stunden nicht mehr aktiv ist und eingegangene Mails nach 24 Stunden gelöscht werden. Wenn Sie jede Woche ins selbe Café gehen und das Netz jedes Mal eine Bestätigung will, kehren Sie mit Ihrem Wiederherstellungsschlüssel zur selben Adresse zurück. Wie temporäre Mail grundsätzlich funktioniert, erklärt der Artikel Was ist eine temporäre E-Mail-Adresse?

Häufige Fragen

Warum will das öffentliche WLAN meine E-Mail-Adresse?

Meist für eine Marketingliste und für die Besucheranalyse. Manche Hotspots verlangen zur Identifizierung statt einer E-Mail eine SMS-Bestätigung.

Kann ich auf der WLAN-Anmeldeseite eine temporäre Adresse eingeben?

Ja, wenn die Seite nur eine E-Mail verlangt. Da Sie vor der Anmeldung kein Internet haben, holen Sie sich die Adresse am besten vorher über mobile Daten.

Hilft eine temporäre Adresse bei WLANs mit SMS-Bestätigung?

Nein. Geçici Mail empfängt nur E-Mails, keine SMS. In solchen Netzen geben Sie entweder Ihre Nummer an oder nutzen den Hotspot Ihres Handys.

Ist Onlinebanking im öffentlichen WLAN sicher?

Davon ist abzuraten. Bankseiten mit https verschlüsseln den Datenverkehr, aber wegen Risiken wie gefälschten Zugangspunkten erledigen Sie heikle Vorgänge besser über mobile Daten oder ein Netz, dem Sie vertrauen.

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