Adresse löschen?

Diese Adresse und ihr Posteingang werden freigegeben und Sie erhalten eine neue Adresse. Zur alten gelangen Sie nur mit dem Wiederherstellungsschlüssel zurück.

Wie funktioniert eine temporäre E-Mail-Adresse? Der Weg einer Mail vom Absenden bis auf Ihren Bildschirm

Es ist genau 14:02 Uhr. Sie klicken im Registrierungsformular eines Onlineshops auf „Konto erstellen“. Im E-Mail-Feld steht die zufällige Adresse, die Sie eben bei Geçici Mail kopiert haben.

Vier Sekunden später ein Signalton, im Tab-Titel erscheint eine Benachrichtigung, und im Posteingang liegt die Mail des Shops mit dem Betreff „Bitte bestätigen Sie Ihr Konto“.

In diesen paar Sekunden passiert ziemlich viel. Wir gehen sie hier einzeln durch. Fachbegriffe kommen vor, aber wir erklären jeden an Ort und Stelle, damit auch jemand folgen kann, der sich noch nie gefragt hat, wie E-Mail eigentlich funktioniert.

Im Kern ist ein temporärer Maildienst ein ganz normaler Mailserver

Hinter einem Wegwerf-Postfach steckt keine Zauberei. E-Mails werden im Internet seit Jahrzehnten nach denselben gemeinsamen Regeln transportiert. Der Server eines Shops nutzt dasselbe Protokoll, egal ob er an Ihre Gmail-Adresse oder an Ihre temporäre Adresse schreibt, nämlich SMTP (Simple Mail Transfer Protocol). Der Unterschied liegt auf der Empfängerseite. Ein normaler Mailanbieter ist darauf ausgelegt, Nachrichten jahrelang aufzubewahren, in Ordner zu sortieren und Antworten zu ermöglichen. Ein temporärer Dienst soll die Mail entgegennehmen, kurz anzeigen und dann löschen.

Verfolgen wir die Mail von 14:02 Uhr also Schritt für Schritt.

1. Der sendende Server fragt, wohin die Mail soll

Der Server des Shops kennt nur die Adresse, etwa abc123@beispieldomain.com. Der Teil nach dem @, also die Domain, bestimmt, an welchen Server die Mail geht.

Dazu stellt der Server dem DNS (dem Adressbuch des Internets, das Domainnamen in Serveradressen übersetzt) die Frage „Welcher Mailserver ist für diese Domain zuständig?“ Die Antwort steht in einem sogenannten MX-Eintrag.

Ein MX-Eintrag ist ein DNS-Eintrag, der festlegt, welcher Server E-Mails für eine Domain annimmt. Der MX-Eintrag von Gmail zeigt auf Server von Google, der MX-Eintrag einer Domain für temporäre Adressen zeigt auf die Server des jeweiligen Dienstes. Diese Abfrage ist meist in einem Wimpernschlag erledigt.

2. Zwei Server unterhalten sich

Der sendende Server verbindet sich mit dem Server aus dem MX-Eintrag, und es beginnt ein kurzes, streng geregeltes Gespräch. Grob läuft es so ab:

  1. Der Absender stellt sich vor.
  2. Er sagt, von wem die Mail kommt.
  3. Er sagt, an wen sie gehen soll (abc123@beispieldomain.com).
  4. Der empfangende Server antwortet mit „In Ordnung, für diese Adresse nehme ich Post an.“
  5. Der Absender überträgt den Inhalt (Header, Betreff, Text, HTML-Teil).
  6. Der Empfänger bestätigt den Erhalt, die Verbindung wird geschlossen.

Ab hier hat der Absender die Mail aus der Hand gegeben. Beim Shop gilt sie jetzt als „versendet“.

3. Catch-all, also „alles annehmen, was an diese Domain geht“

Ein normaler Firmenmailserver nimmt nur Mails für existierende Konten an. Gibt es max@firma.de, wird die Mail angenommen. Gibt es kein Konto xyz@firma.de, lehnt der Server mit „Empfänger unbekannt“ ab.

Temporäre Maildienste arbeiten meist anders. Catch-all bedeutet, dass eine Domain so eingerichtet ist, dass sie alle Mails annimmt, ganz gleich, was vor dem @ steht. Der Grund ist simpel. Zufallsadressen entstehen ständig, und für jede vorab ein eigenes Postfach anzulegen wäre unnötig und langsam. Der Server nimmt die Mail an, wem sie gehört, wird im nächsten Schritt geklärt.

4. Die Mail wird dem richtigen Posteingang zugeordnet

Kommt die Mail beim Server an, wird die Empfängeradresse ausgelesen und dem Posteingang zugeordnet, der zu dieser Adresse gehört. Die Adresse, die beim Öffnen der Startseite erzeugt wird, ist mit Ihrem Browser und einem Wiederherstellungsschlüssel verknüpft. Deshalb erscheint die Mail nur auf dem Bildschirm der Person, die diese Adresse gerade nutzt.

Hier kommt der Wiederherstellungsschlüssel ins Spiel. Der Code im Format XXXX-XXXX neben dem grünen Schlüsselsymbol erlaubt es Ihnen, auf einem anderen Gerät zu belegen, dass die Adresse Ihnen gehört. Wie das funktioniert, erklären wir in einem eigenen Beitrag.

5. Die Mail wird zerlegt und bereinigt

Eine E-Mail ist mehr als reiner Text. Im Hintergrund besteht sie aus mehreren Teilen, die im sogenannten MIME-Format verpackt sind, also Kopfdaten (Absender, Empfänger, Betreff, Datum), eine Textversion, eine HTML-Version und gegebenenfalls Anhänge. Das System packt dieses Paket aus und trennt die darstellbaren Teile heraus.

Genau hier beginnt die Sicherheitsfrage. Eine HTML-Mail ist im Grunde eine kleine Webseite. Jemand mit bösen Absichten kann darin Code (Skripte) unterbringen. Deshalb gilt:

  • Skripte werden entfernt. Ausführbarer Code in der Mail wird herausgefiltert, bevor Sie die Mail sehen.
  • Anhänge werden nicht angezeigt. Geçici Mail zeigt keine Dateianhänge. Eine Datei von einem unbekannten Absender herunterzuladen ist ohnehin keine gute Idee, und so ist dieses Risiko von vornherein ausgeschlossen.
  • Text und Layout bleiben erhalten. Bestätigungsbuttons, Links und Codes bleiben lesbar, damit Sie mit der Mail auch etwas anfangen können.

6. Die Mail wird in einem isolierten Rahmen angezeigt

Die bereinigte Mail öffnet sich in einem isolierten Rahmen, getrennt vom Rest der Seite. Stellen Sie sich eine Schaufensterscheibe vor. Sie sehen den Inhalt, aber die Mail kann durch das Glas weder auf die Website selbst noch auf andere Daten in Ihrem Browser zugreifen. Sollte die Bereinigung einmal etwas übersehen, wirkt das als zweite Schutzschicht.

Weil sich der Posteingang alle 5 Sekunden selbst aktualisiert, taucht die Mail kurz nach ihrer Ankunft auf dem Server in der Liste auf. In unseren eigenen Tests dauert der gesamte Weg vom Absenden bis zur Anzeige im Schnitt 3 bis 5 Sekunden. Ungelesene Mails erkennen Sie an einem grün blinkenden Punkt, gelesene an einem grauen. Der kleine Kreis links neben dem Adressfeld zeigt die Sekunden bis zur nächsten Aktualisierung.

Tipp: Ist nach ein paar Sekunden noch nichts da, liegt die Verzögerung meist beim Absender, oder die Seite verschickt gar keine Mails an temporäre Adressen. Mögliche Ursachen haben wir im Beitrag Keine Mail im temporären Postfach? gesammelt.

7. Das Löschen

Hier steckt das „temporär“ im Namen. Es gibt zwei unterschiedliche Fristen, die oft verwechselt werden.

Was?DauerWas bedeutet das?
Gültigkeit der Adresse3 Stunden (verlängert sich automatisch, solange die Seite offen ist)Schließen Sie den Tab und kommen lange nicht zurück, läuft die Adresse ab. Mit dem Wiederherstellungsschlüssel kommen Sie bis zu etwa einem Jahr lang wieder hinein.
Eingegangene Mails24 StundenJede Mail wird 24 Stunden nach ihrem Eingang automatisch gelöscht.

Der Sinn des Löschens ist, keine Daten zu horten. Bestätigungsmails, Bestellübersichten und Codes, die monatelang in einem temporären Postfach liegen, nützen niemandem, sie sind höchstens ein Risiko. 24 Stunden reichen, um den Code abzuholen und notfalls noch einmal nachzusehen, sind aber zu kurz für ein Archiv.

Außerdem können Sie mit dem Button „LÖSCHEN“ (mit Rückfrage) die aktuelle Adresse jederzeit aufgeben und eine neue bekommen.

Und warum kann man mit einer temporären Adresse keine Mails senden?

Alle Schritte oben drehen sich ums Empfangen. Senden ist eine ganz andere Verantwortung. Könnte man über einen Dienst ohne Anmeldung, bei dem jeder in Sekunden eine Adresse bekommt, Mails verschicken, würde er schnell zur Quelle für Spam und Betrugsnachrichten. Der Ruf der Domains wäre ruiniert, und andere Server würden alles ablehnen, was von dort kommt. Deshalb empfängt Geçici Mail nur. Antworten oder neue Mails schreiben ist nicht möglich.

Aus demselben Grund gibt es einen Schutz gegen automatisierte Bots. Wer den Dienst in menschlichem Tempo nutzt, merkt davon nichts.

Was heißt das für die Privatsphäre?

Eine Folge dieses Aufbaus ist, dass Sie für eine Adresse keinerlei persönliche Daten angeben. Kein Konto, kein Passwort, keine Telefonnummer. Weil eingehende Mails bald gelöscht werden, bleibt auch nichts lange liegen. Das erklärt zugleich, warum eine temporäre Adresse gut für Rabattcodes oder Downloads taugt, aber nicht für Ihre Bank oder Ihre wichtigen Konten. Die müssen Sie über Jahre hinweg erreichen können. Diese Abwägung besprechen wir ausführlicher im Beitrag Sind Wegwerf-E-Mail-Adressen sicher?

Was mit der Mail von 14.02 Uhr passiert, im Überblick

StationWas passiert?
DNS-AbfrageDer sendende Server liest den MX-Eintrag der Domain und findet den Zielserver
SMTP-ZustellungZwei Server sprechen miteinander, die Mail wird übertragen
Catch-all-AnnahmeMails an die Domain werden angenommen, egal was vor dem @ steht
ZuordnungDie Mail landet im Posteingang, der zur Empfängeradresse gehört
Zerlegen und BereinigenSkripte werden entfernt, Anhänge nicht angezeigt
Isolierte AnzeigeDie Mail öffnet sich in einem von der Seite getrennten Rahmen
Automatisches LöschenDie Mail wird nach 24 Stunden gelöscht

Wenn das nächste Mal die Benachrichtigung im Tab-Titel aufleuchtet, wissen Sie, welche Kette in diesen paar Sekunden abgelaufen ist. Bei weiteren Fragen hilft unsere FAQ-Seite.

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